Der Spreewald

Wildes Deutschland - NDR/Studio Hamburg DocLights, Arte, rbb, WDR, BR - 2010


Langsam und still zieht der Kahn durch das dunkle Wasser zwischen saftigen Wiesen, aus denen zeltförmige Heuschober aufragen, dahin. Über die blütenreichen Auwiesen gaukeln bunte Schmetterlinge, Hummeln schwirren umher, Weißstörche suchen auf den abgesensten Wiesen nach Heuschrecken, Bauern sitzen im Schatten der Bäume und halten "Brotzeit".

Über den langsam ziehenden Fluß tanzen blaugeflügelte Libellen. Die Fahrt geht weiter durch hohe Erlendome, bald kündigt ein Ortsschild das Dorf Lehde an, zweisprachig. Lehde oder Lehdy ist das reizvollste Spreewaldidyll, von vielen Gräben durchzogen, unter schattenden Bäumen versteckt, voll von malerischen Winkeln. In diesem Wasserlabyrint liegen die aus braunen Balken gefügten Höfe mit ihren Kähnen davor, Heimat der Sorben. Mit ihren bunten Haubentrachten und einer gelebten Tradition, verzücken sie den Besucher.

Doch wie die Realität aussieht wollen wir selbst erfahren und begleiten eine sorbische Familie über ein Jahr lang durch den Spreewald. Sie erzählen die Sagen vom Teufel der den  Spreewald erschuf, von den kleinen Lutki die im Haushalt helfen, vom Zauberer Krabat, einer Art Robin Hood der Sorben oder die Geschichte vom Schlangenkönig der in Form einer Ringelnatter unter jedem Haus wohnend, Gesundheit und Glück verheißt.

Mit dem späten Herbst hält die Stille Jahreszeit im Spreewald Einzug. Die Touristen sind nur noch vereinzelt anzutreffen. Ruhe breitet sich in den Dörfern aus, liegt über den Fließen und der weiten Landschaft. Wind treibt die gekrümmten Blätter über die Wasseroberfläche wie kleine Segelboote. Der Herbstregen hat das Wasser in den Fließen ansteigen lassen. Auf den Wiesen bilden sich kleine Seen, Heuschober spiegeln sich im Wasser, Bauern fahren mit dem Kahn über die Wiesen um Viehfutter zu hohlen. Auf abgelegenen überschwemmten Wiesen rasten Kraniche, ihr Rufen vermischt sich mit dem Röhren der Hirschen.