Schöne Elbe, grausame Elbe

Expeditionen ins Tierreich - NDR/ Studio Hamburg - 2003


Sommer 2002: Eine Flutwelle rollt gen Norden - zerstörerisch, unaufhaltsam. In der Jahrhundertflut versinken Häuser und Straßen, Mensch und Tier leiden unter den Wassermassen. Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Der Film zieht Bilanz.

Auf den ersten Blick ist die Elbe ein Fluss, der viel von seiner Ursprünglichkeit bewahren konnte. Im Schatten der Mauer blieb die Elbe auf 600 Kilometer von Staumauern verschont. Auf ihrem fast 1.000 Kilometer langen Weg vom Elbsandsteingebirge bis zur Nordsee durchquert sie einzigartige Landschaften in sechs Bundesländern. Tief eingeschnitten windet sie sich durch das Elbsandsteingebirge, durchkreuzt im Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe die größten Auwälder Europas - ein Paradies für Biber, Schwarzstorch, Seeadler und Eisvogel.

Doch diese Idylle ist bedroht: Pläne für Staustufen und Vertiefungen liegen bereits auf dem Tisch. Sie sollen auch großen Schiffen ganzjährig den Weg bahnen, die während der Sommermonate oft auf dem Trockenen liegen. In vielen Regionen würde ein Ausbau der Elbe das Aus bedeuten für Auwald, Biber und Schwarzstorch. Mehr noch: Überall dort, wo die Elbe unterhalb von Havelberg nicht durch Deiche und Buhnen eingeengt ist, hielten sich die Schäden des Hochwassers 2002 in Grenzen. Um zerstörenden Hochwassern entgegenzuwirken, braucht die Elbe mehr Raum statt weniger.