Die Oder - Von der Neiße bis zur Ostsee

Expeditionen ins Tierreich - NDR/ Studio Hamburg - 2006


Einsame Strände, stille Altarme, weite Wiesen und romantische Dörfer säumen Deutschlands östlichsten Fluss, die Oder. Heute ist die weitläufige Flussaue, die über Jahrhunderte vom Menschen gestaltet wurde, eine Kulturlandschaft von unschätzbarem Wert. Die Grenzregion, einst Synonym für die Teilung Europas, ist bis heute auch Refugium zahlreicher seltener Tiere und Pflanzen. Wir begaben uns auf Spurensuche: Ein Jahr lang folgten wir dem Flusslauf von der Neiße bis zum Haff, zeigen die Verwandlung der Auenlandschaft im Lauf der Jahreszeiten, portraitieren Natur und Menschen.

Der Film zeigt atemberaubende Aufnahmen von jagenden Seeadlern und balzenden Reihern, er blickt in die Kinderstube von Fuchs und Graureihern, geht auf Tuchfühlung mit Kormoranen und Bibern. Raritäten wie Wachtelkönig, Blaukehlchen und Karmingimpel gehören ebenso zur Oderlandschaft, wie die Menschen, die am Fluss leben. Doch die Region leidet unter Landflucht, die einmalige Kulturlandschaft ist in Gefahr. Diejenigen, die geblieben sind, wie der Fischer Zahn und der Schäfer Israel schwärmen jedoch von der herben Schönheit ihrer Heimat. Im Herbst erfüllen die Rufe tausender Zugvögel die in Nebel gehüllte Auenlandschaft. Die meisten bleiben solange, bis im Winter die großen Polder geflutet werden, dann verwandelt sich die Landschaft in eine riesige Wasserfläche. Für Landbewohner bleiben nun nur noch die Inseln, die aus dem Wasser ragen. Mit einem Spezialboot folgten wir den Tieren, dokumentieren den winterlichen Überlebenskampf der Tiere des Odertals, zeigen wie Rehe sich durch die Wassermassen zu ihren Nahrungsgründen kämpfen und wie hungrige Seeadler an den letzten Eislöchern nach Wasservögeln jagen.